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Bericht der WAZ / ...Opernhaus 2017

Lachsalven und stundenlanges Klatschen

...Opernhaus: Seit über 30 Jahren gibts die Prunksitzung der Duisburger Prinzengarde. Radschlagende Kindergarde und Gag-Garantin Achnes Kasulke mit Eimer und Wischmopp.

Das rot-weiße Banner der Prinzengarde hängt still und steif an der Wand des Duisburger Stadttheaters. Alles andere als langweilig und prüde ist hingegen die Show, die im ausverkauften Saal am Opernplatz für stundenlanges Klatschen und Lachsalven sorgt. Seit über 30 Jahren gibt's die Prunksitzung der Duisburger Prinzengarde. Bei der großen Sitzung "...Opernhaus" lassen es sich die Karnevalisten mehr als gut gehen. Die rot-beige uniformierte Garde thront im Theater und begrüßt zahlreich verkleidete Zuschauer. Clownswesten und Melonen-Hüte sind bei den Männern äußerst beliebt. Die meisten Damen kommen da schon schicker daher. Pailletten auf schwarzer Abendgarderobe oder seidene Schleier und Boa-Schals um den Hals. Auf den Rängen glitzert fast jeder in Rot oder Gold.

Beinahe ekstatisch verfolgen die Jecken den Einmarsch der Kindergarde. Vier Jungen und Mädchen marschieren, schlagen Räder und rutschen untereinander her. Besonders die dreijährige Lynn kassiert extra Applaus und sehr viele Lacher. Ein wenig unbeholfen versucht das Mädchen Schritt zu halten und verstolpert sich hier und da mal. "Ohh, ist die süß", finden viele Frauen aus dem Publikum. Elegant zieht Lynn aber ihre Show durch und die Kindergarde erntet riesigen Beifall. Nachdem die Minis abziehen, wird's direkt etwas derber auf der Bühne. Annette Eßer mit ihrer Kunstfigur "Achnes Kasulke" zieht vom Leder. Im blau-glitzernden Kittel, mit Wischmopp und Eimer erzählt die Hausfrau und Mutter rund eine halbe Stunde lang aus ihrem Leben.

Tusch-Kapelle hat gut zu tun
Und dabei forderte sie die Tusch-Kapelle ein ums andere Mal. "Rauchen geht ja schon ins Geld - besonders, wenn Erwin die E-Zigarette immer austritt", erzählt Kasulke. Oder: "Mit meinem alten Schlüpper konnte ich ein ganzes Fahrrad putzen. Heute reicht der String nur, um die Klingel sauber zu machen". Achnes Kasulke reißt ein Gagfeuerwerk ab, dass Tusch um Tusch ertönt und die Menge laut lachen lässt. Bei etwas neueren Themen wie Pokemon tut sich das Publikum schwer. "Was ist Pokemon?", fragen manche der gut gelaunten Gäste in den Saal hinein. "Die kleinen Viecher, die man mit dem Handy suchen und fangen muss", erklärt Kasulke. Apropos Suchen: "Als mein Sohn Erwin fragte wo der G-Punkt ist, meinte Erwin nur, dass er mich fragen soll, weil ich ja immer aufräume." Allerdings verdirbt das niemanden lange die Laune. Tanzmariechen Lisa Jungbluth verzaubert ebenso wie das Tanzpaar der Prinzengarde Lucia Schuwald und Michael Thorka. Gewagte Grätschen und waghalsige Verrenkungen bestimmen den Klatsch-Takt der Theaterbesucher, die sichtlich zufrieden mit dem "Lachenden Opernhaus" sind.

Gefeiert wird bis spät in die Nacht
Bis spät in den Abend feierten die Narren sich selber und dürften wohl "auch nächstes Jahr wiederkommen", verspricht Garde-Präsident Helmut Kellermann. Für die Karnevalisten geht's jetzt in die letzte und noch einmal ereignisreiche Woche vorm Höhepunkt der Session, dem Rosenmontagszug.

WAZ/Johannes Bansner

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