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Bericht der Rheinischen Post / ...Opernhaus 2017

Die Kleinsten waren die Größten

Die Duisburger Prinzengarde veranstaltete gelungene Prunksitzung mit vielen Programmpunkten im Theater der Stadt Duisburg

Die im Foyer ausgeteilten Leuchtstäbe waren schnell vergriffen, denn es sollte wieder eine farbenprächtige Show geben. Die Duisburger Prinzengarde hatte wieder einmal zu einer rund vierstündigen Prunksitzung ins Opernhaus eingeladen. Und zum 80. Geburtstag der Leibgarde des Prinzen Karneval wurde kräftig gefeiert. Die Veranstaltung gehört schon seit Jahren zu den Besten am gesamten Niederrhein und ist immer ausverkauft.

Schon allein das prächtige Bühnenbild mit allen Aktiven ist sehenswert. Zu den Klängen der beiden Musikcorps öffnete sich der Vorhang pünktlich zu einem abwechslungsreichen Programm, durch das Sitzungspräsident Alexander Graf von Schwerin führte. "Wie ich sehe, sitzen Sie alle wieder auf den gleichen Plätzen wie im letzten Jahr", meinte er lächelnd. In der Tat gibt es hier ein großes Stammpublikum, dem viel geboten wurde.

Alle warteten schon auf sie - Die Kleinsten der Minis der Prinzengarde (die Jüngste war gerade einmal drei Jahre alt) sorgten gleich zu Beginn für Begeisterungsstürme. Ihren Tänzen mit den leichten Hüftschwüngen zuzusehen, war schon etwas ganz Besonderes und Heiteres. Auch das Tanzmariechen Lisa stellte ihren neuen sehenswerten Sessions-Tanz vor.

Leider gab es nur einen kurzen Auftritt von Seiner Tollität Prinz Mark I., denn er musste mit seiner Crew noch zu weiteren neun Terminen und stand im Stress. Er wurde jedoch von seinen Volk umjubelt. Sein Prinzenlied "Duisburg olé" steht in der WDR-Hitparade ganz weit oben und hat sogar "De Höhner" vertrieben. Ein toller Erfolg!

Im weiteren Verlauf traten einige Humoristen auf wie beispielsweise die Zwei Schlawiner. Seit 1992 blödeln die beiden herum, was das Zeug hält. Jörg Jara zählt zu den gefragtesten Bauchrednern in Deutschland. Bei ihm bekam man schnell den Eindruck, seine beiden Figuren Herr Jensen ("Wollen Sie ein paar Nüsse haben?") und der Vogel Olga leben wirklich. Die Pointen jedoch waren nicht gerade die Neuesten. Dennoch wurde viel gelacht. Das war auch bei Achnes Kasulke. Die Putzfrau mit der großen Schnauze sorgte für Lachtränen, als sie nicht nur über Neuigkeiten über ihren Erwin berichtete. Nicht ganz so gut war der Vortrag von Manni, dem Rocker. Viele seiner Witze kannte man schon von früher. Zudem hatte man einige schon von seinen Vorrednern gehört.

Dass ein Clown gute Musik machen kann, erlebten die Zuhörer mit Bruce Kapusta. Er war schön des öfteren mit seiner goldenen Trompete im Opernhaus zu Gast. Er brachte zwar nicht viel Neues, dennoch versetzte er mit kölschen Tönen das Publikum in Stimmung. Begeistert aufgenommen wurde auch der Gesang von den drei Garderottis, deren Markenzeichen schwarz-weiße Kilts sind. Mit einer außergewöhnlichen Körperbeherrschung und Bühnenpräsenz trat dann noch Herr Niels auf. Der wie Karl Valentin gekleidete Hannoveraner führte humoristisch pantomimisch frappierende Schief- und Schräglagen auf mit interessanten Körperbewegungen. Eigentlich hätte man sich diesen Programmpunkt sparen können. Denn diese Art Mischung aus Gummi-Mensch und Clown gehört besser zu einem Varieté-Programm.

Schließlich waren dann noch die phantastischen Tanz-Einlagen einer der besten Tanzgarden am Rhein, die Rheinmatrosen, zu sehen. Hier wurden die Mädchen ganz schön durch die Luft gewirbelt. Und zu guter letzt füllten dann noch die Oecher Penn, eine mit gleich drei Bussen angereiste Garde aus Aachen die Bühne des Theaters. Sicherlich hat man schon bessere Prunksitzungen gesehen, aber die Hauptsache war, es hat allen wieder richtig Spaß gemacht.

RP/DIETER KRÜSSMANN

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