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Bericht der WAZ / ...Opernhaus 2016

Duisburger Narren stürmen das Opernhaus

Bei der Prunksitzung der Prinzengarde im Stadttheater punkten die Mini-Garde, eine Husaren-Truppe und Parodien auf die Kanzlerin beim Publikum.

Die Gäste, die am Samstagabend ins Stadttheater stürmen, könnten bunter nicht sein. Marienkäfer, Matrosen und Mäuse strömen in den Opernsaal. Grund für das bunte Treiben: die Prunksitzung der Duisburger Prinzengarde. Seit über 30 Jahren feiern die Karnevalisten ihre große Sitzung "... Opernhaus".

Der erste Programmpunkt des Abends: die Mini-Garde der Karnevalsgesellschaft. Die Musik ertönt und vier Jungen und vier Mädchen in rot-beigen Uniformen hüpfen auf die Bühne. Im Takt der Musik schwingen sie ihre kleinen Arme und Beine durch die Luft. Für besondere Begeisterung beim Publikum sorgt die dreijährige Sherry, das Nesthäkchen der Gruppe. Sie weiß nicht immer, wo sie stehen muss und wird von ihren Tanzpartnern sacht an die richtige Stelle geschoben. Nach einem Radschlag landet sie auf dem Hinterteil. Aber das stört die Kleine nicht - Röckchen zurechtzupfen, weiter geht's. Tanzmariechen dreht sich in der Luft

Weniger niedlich, aber umso beeindruckender ist der Auftritt der Kölner Rezag-Husaren. In grünen Uniformen, schwarzen Stiefeln und mit langen Säbeln kommen etwa 40 Männer und eine Frau auf die Bühne. Ein schneller Takt ertönt und eine Hälfte der Männer beginnt zu tanzen. Sie bewegen ihre Beine in einem unglaublichen Tempo, springen über ihre Säbel. Dann kommt Svenja Hansen zum Einsatz: Die Männer schmeißen das Tanzmariechen hoch, sie dreht sich in der Luft einige Male um sich selbst und landet wieder sicher in den Armen der Husaren. "Das war nur der Anfang. Beim nächsten Tanz kriegen sie vom Zuschauen Knoten in die Beine", verkündet General Albert Hazenot. Da hat er nicht zu viel versprochen. Die Männer machen Salti, werfen sich gegenseitig in die Luft und schreien "Hey" gen Publikum. Die Husaren machen deutlich, dass Tanzen keine Frauensache ist.

Etwas ruhiger geht's beim Duo "Et Zweijestirn" zu. Roland Jansen und Carsten Forg haben Karnevalslieder umgedichtet und singen statt "Ich ben ne Kölsche Jung" "Ich bin die Angela." Das Publikum kennt die Melodie, stimmt schnell mit ein und besingt den Hosenanzug der Kanzlerin. Die Gäste stehen auf und versuchen zwischen den Sitzreihen zu tanzen. Das Ganze endet mehr in einem Armgewackel, aber die Jecken im Publikum haben Spaß. Wir sind fast jedes Jahr dabei, die Stimmung ist immer super", begründet die Rheinhausenerin Maria-Elisabeth Ebel ihr Kommen. Bärbel Brümmer, die ebenfalls aus Rheinhausen kommt und im Kleopatra-Kostüm feiert, findet: "Wir können die Sorgen des Alltags vergessen und einfach mal verrückt sein."

WAZ/Sarah Schröer López

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