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Bericht der WAZ / Herrenessen 2015

Dietrich Grönemeyer wird zum Ehrenoffizier gekürt

Professor Dr. Dietrich Grönemeyer wird im Rahmen des Herrenessens der Prinzengarde die höchste Dekoration im Korps à la Suite verliehen.

Wenn die Prinzengarde ruft, lässt sie köstlich auftischen. Einmal jährlich trifft sich das Korps à la Suite im feinsten Zwirn im Duisburger Hof, um einen Ehrenoffizier zu dekorieren und in ihre närrischen männlichen Reihen aufzunehmen. Das völlig unmilitärische Offiziersheer ist in dieser Session um den Mediziner Professor Dr. Dietrich Grönemeyer erweitert worden.

Doch ehe das Buffet mit Variationen an Edelfischen, Eismeerkrabben oder Wildterrine die Gäste verwöhnen kann, gibt das Protokoll den Ton beim Festakt an. Präsident Eugen Hahn nimmt zunächst drei Ehrenrittmeister auf in den Kreis. Doch als Höhepunkt gilt die Verleihung der höchsten Dekoration im Korps à la Suite, die Ernennung zum Ehrenoffizier. Professor Grönemeyer reiht sich ein in die Liste prominenter Vorgänger, ob der Mime Pierre Brice, der unvergessene Charmeur Udo Jürgens, Alt-OB Josef Krings oder das MSV-Urgestein Bernard Dietz.

Zum Ritual gehört auch eine Laudatio über den neuen Offizier, die in der Regel einen kurzen Einblick gewährt in oft unbekannte Lebensabschnitte des Geehrten. Den Part übernahm Alexander Graf von Schwerin. Der hatte wohl viele Bücher gewälzt und zahlreiche Gespräche geführt, um mehr an kleinen Schwächen und Gewohnheiten im Leben des Professors entdecken zu können.

Wer wusste schon, dass der heute 62-jährige Mediziner als Jugendlicher eine leidenschaftliche Liebe zum Motorrad entwickelte, es eigenhändig zusammenbaute und es bei Fahrten auf dem Bürgersteig testete. Ohne Führerschein selbstverständlich. Beim Wettbewerb Jugend forscht hatte der Schüler Dietrich Grönemeyer mit einer Arbeit über die B 1 zwischen Aachen und Königsberg offensichtlich seine Liebe zum Verkehr ausgedrückt. Die feinmotorische Arbeit, die später seinen Beruf als Mediziner unter anderem bestimmte, sah von Schwerin wohl von der Großmutter gefördert. Denn das Enkelkind Dietrich musste die feinsten Knoten knüpfen und entknüpfen. Schon in der Schülerzeitung ließ Dietrich Grönemeyer mit seinem Artikel über die Aufklärung des Nachwuchses spätere Talente als Buchautor erkennen. Gefragt sind heute sein Kinderbuch "Der kleine Medicus" als lehrreicher Reiseführer durch den menschlichen Körper wie auch der Ratgeber "Lebe mit Herz und Seele". "Er passt zu uns, er ist ein Kerl, den man gerne haben muss", adelte der Laudator den Geehrten.

Der fühlt sich offensichtlich wohl im Kreis der roten Röcke. "Ich habe lange überlegt, ob ich zusagen soll", räumte er ein, doch die Lebensphilosophie der Narren, dazu die Verbundenheit zum Ruhrgebiet, gefalle ihm. Das Lachen sei den Menschen im Karneval nie vergangen. Und schließlich sei Lächeln die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen. Duisburg sieht der Mediziner als Symbol für die Weltstadt-Region Ruhrgebiet, die ihre Stärke gemeinsam zeigen solle und vom Kirchturmdenken herunterkommen müsse. Sein Wunsch eines tanzenden und lachenden Ruhrgebiets geht weit über die Session hinaus.

Klaus Johann

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