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Bericht der Rheinischen Post / Herrenessen 2015

Grönemeyer ist neuer Ehrenoffizier

Beim traditionellen Herrenessen im Duisburger Hof erhielt der prominente Arzt den närrischen Orden. Erstmals konnte der karnevalistische Start um 11.11 Uhr nicht eingehalten werden - zu viele Gäste kamen wegen des Wetters zu spät.

Das traditionelle Herrenessen der Duisburger Prinzengarde, genauer gesagt des Korps aŽ la suite, begann mit rund einstündiger Verspätung. Das Winterwetter hatte dazu geführt, dass viele der geladenen Gäste nicht rechtzeitig das Wyndham-Hotel "Duisburger Hof" erreichen konnten. Die karnevalistische Zeit 11.11 Uhr konnte somit erstmals nicht eingehalten werden. Doch das vermieste die Laune der Prinzengardisten überhaupt nicht.

Karnevalisten sind immer gut drauf. Das stellte auch Präsident Eugen Hahn fest, der die Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Karneval begrüßte. Darunter waren auch der letztjährige Ehrenoffizier "Enatz" Dietz, die MSV-Legende, Ex-Weihbischof Franz Grave sowie Horst Naumann, Schauspieler und besser bekannt als der Schiffarzt vom Traumschiff.

In Anwesenheit des Duisburger Stadtprinzen Thomas I. und seiner beiden Hofmarschälle Thorsten Röhrle und Dirk Grießhammer gesellte sich nun noch ein weiterer Arzt in die Reihe der Ordensträger. Prof. Dr. Dietrich Herbert Wilhelm Grönemeyer, so der genaue Name des Mediziners, wurde in den Kreis der Ehrenoffiziere aufgenommen. Die Laudatio hielt Alexander Graf von Schwerin, der den Arzt gut kennt.

Vieles Privates konnte man über den Professor erfahren. "Den kennt man auch in New York. Neben mir grüßt ihn jeder Dritte", meinte er schmunzelnd. Der Laudator bezeichnete ihn als hochintelligent, humorvoll und als einen Supertypen.

In der Tat: Der Professor ist nicht nur Mediziner, sondern auch Medizinunternehmer, Autor und ein gemeinnütziger Stifter. Bis zum Jahre 2012 war er Lehrstuhlinhaber für Radiologie und Mikrotherapie an der Universität Witten/Herdecke. 1952 in Clausthal-Zellerfeld im Harz geboren, wuchs er mit seinen Brüdern Wilhelm, einem Galeristen und dem berühmteren Musiker und Schauspieler Herbert in Bochum auf, wo er auch das Gymnasium besuchte. Er stammt aus einer Familie, die seit sechs Generationen immer schon etwas mit Ärzten zu tun hatte.

In der Jugend beteiligte er sich bei "Jugend forscht" und war Redakteur der Schülerzeitung, berichtete über Verhütung und Aufklärung sowie über Werbung von Damen-Unterkleidung, was ihm schon mal Ärger einbrachte. Besonders bekannt wurde er als Buch-Autor, auch für Kinder. "Der kleine Medicus" wurde sogar als Musical in Duisburg aufgeführt und hatte riesige Erfolge. Ein wichtiges Anliegen sei es ihm gewesen, den Kindern die Welt des Körpers zu erklären. "Er ist ein Kerl zum Gernhaben", meinte der Laudator, der ihn auch als "Harzer Roller" bezeichnete. Der verheiratete Familienvater konterte: "Ein fitter Dicker ist mir lieber als ein schlanker Schlaffi". Großes Gelächter.

In seiner Ansprache merkte man dem Arzt den Humor an, obwohl er für den Karneval gar nicht so viel übrig hat. "Das Lachen sollte nie vergessen werden. Schaut euch an! Ein Lächeln ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen". Miteinander sollte man stark sein. Er wünschte sich vor allem ein lächelndes Ruhrgebiet. Dann könne man auch 100 Jahre alt werden.

Doch bevor es zum großen Festbuffet ging, wurden noch drei weitere Herren geehrt. Hasso Ulrich Döring hat in Duisburg höchstes Ansehen. Benjamin Keßner, Inhaber einer Schädlingsbekämpfer-Firma, hat viel Charme, Humor und Mutterwitz. Zu guter letzt bekam auch noch Bernd Erbe, Geschäftsstellenleiter einer Versicherung den Titel eines Ehrenrittmeisters. Dieser konnte von sich behaupten, dass er in Berlin beide Trophäen des DFB einmal in der Hand halten durfte.

Präsident Eugen Hahn betonte, dass er stolz auf seine Prinzengardisten sei und lud zum nächsten Herrenessen am 30. Januar 2016 ein.

DIETER KRÜSSMANN

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