ZURÜCK

Bericht der WAZ / ...Opernhaus 2014

Fliegende Tanzmariechen im Theatersaal

Spektakuläre Flugszenen begeisterten das Publikum im Stadttheater Duisburg bei der Prunksitzung "...Opernhaus". Das närrische 77-jährige Jubiläum der Prinzengarde der Stadt Duisburg wurde zünftig gefeiert.

Ein Tanzmariechen fliegt durch das Theater Duisburg. Gut drei Meter schleudern ihre Tanzpartner von den Westerwaldsternen das Mädel durch die Luft. Auf der anderen Seite der Bühne fangen kräftige Burschen sie auf. Ein Raunen geht durch den Saal. Trotz der Musik ist es gut zu hören.

"Bravo", ruft eine Frau. Energischer Zwischenapplaus. Die Vorführung ist jedoch noch nicht vorbei. Immer wieder schießen die Mädchen in ihren blau-weißen Kleidern in die Höhe. Das ist spektakulär und raubt den Gästen bei der ausverkauften Karnevalssitzung der Prinzengarde den Atem. Die in der Mehrzahl verkleideten Gäste fiebern mit und jubeln. Nach der Show wedeln sie mit Lichtstäben und erheben sich von den Sitzen.

Neben actionreichen Tanzauftritten gibt es aber auch ein gutes Lachmuskeltraining für die Jecken. Schreihals Key Scheffel begeistert mit vielen guten Pointen, und Christian Pape überzeugt mit lustigen Anekdoten und sogar Tanzeinlagen - trotz Krücken. Langgelegt hat er sich nämlich, den Ellbogen und die Hüfte gebrochen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich mal etwas mit Angela Merkel gemeinsam habe", sagt er. Aber auch er werde älter, Verletzungen passieren. Nur habe vieles heute einfach einen anderen Namen. "Heute heißt es doch immer gleich Burn-out", ruft er den Gästen zu und fügt hinzu: "Früher waren das einfach Blähungen."

Auf einem Barhocker sitzend begeistert er die Zuschauer dann noch mit einem Stepptanz, bevor schon der nächste Künstler auf der Bühne steht. Es geht Schlag auf Schlag. Ein Kracher jagt den nächsten. Lutz Kniep verzaubert die Narren mit Trompetenmusik, und die Mennekrather unterhalten wiederum mit eleganten Tanzschritten.

Einer darf natürlich an solch einem Abend nicht fehlen: Prinz Gutti I. Auch wenn der Oberjeck mit seiner Gefolgschaft schon so einige Partys in den Knochen hat und seine Stimme mittlerweile ein wenig heiser ist, er gibt er immer alles. Der Theatersaal bebt. Auf den Sitzen hält es keinen mehr. Das vornehme Theater gleicht einer Disco.

Dennis Bechtel

ZURÜCK