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Bericht der Rheinischen Post / ...Opernhaus 2014

Gutti I. reitet auf rollendem Pferd ein

Die Duisburger Prinzengarde feiert in dieser Session ihr 77-jähriges Bestehen. Entsprechend hochkarätig fiel das Programm des "...Opernhauses" aus.

Über vier Stunden muss man sich Zeit nehmen, wenn man eine Eintrittskarte für die Prunksitzung "Lachendes Opernhaus" der Prinzengarde Duisburg gekauft hat. Aber das wissen die meisten, schließlich halten sie dem Verein schon lange die Treue. Die Ehrengarde des Prinzen feiert in dieser Session ihr 77-jähriges Bestehen, also ein Anlass, groß zu feiern.

Sitzungspräsident Alexander Graf von Schwerin begrüßte ein gut gelauntes Publikum und präsentierte ein Programm, das bestens organisiert und einen echten Karnevalsfan überzeugen konnte. Viele bekannte Größen des Karnevals gaben sich die Klinke in die Hand. Dabei waren die Westerwaldsterne des Tanzkorps der KG Blau-Weiss-Ueckerath mit ihren fantastischen akrobatischen Leistungen. Die Mädchen wurden hoch hinausgeworfen und erreichten eine luftige Höhe von rund zehn Metern. "Ich habe allein schon vom Zugucken vier Kilo abgenommen", meinte der Sitzungspräsident.

Aber nicht nur dies war ein Genuss. Richtig Spaß am Tanzen hatten die Jüngsten, die "Minis" der Prinzengarde Duisburg. Auch wenn nicht immer alles so gut geklappt hatte, die Gäste jubelten dem Nachwuchs zu. Die Prinzengarde Düsseldorf hatte auch ihren Auftritt, jedoch etwas kürzer als geplant, denn sie sollten noch bei der Live-Sendung "Wetten dass..." auftreten.Die vielen rot-weißen Uniformen gaben auf der Bühne ein farbenprächtiges Bild. "Ich habe noch nie so viele Leute ausgezeichnet, die ne Fahne hatten", meinte der Sitzungspräsident humorvoll beim Überreichen der Orden an die Standarten aus Düsseldorf.

Mit Krücken und Gipsarm trat der erste Redner des Abends auf. Christian Pape hatte sich Anfang des Jahres sein Becken und seinen Ellenbogen gebrochen. Dennoch: Mit seiner schrägen Bühnenshow und erfrischenden Gags, beispielsweise den Beobachtungen über Frauen, und seinem Partner, dem biederen Keyboarder "Dr. Bibbermann", zeigte er sogar einen irischen Tanz mit Klompen, sitzend auf einem Hocker. Eine erstaunliche Leistung, die ankam.

Viel zu Lachen hatten die Gäste auch beim Auftritt von Fritz Schopps, besser bekannt als "Et Rumpelstilzchen". Er reimte, was das Zeug hielt und lästerte vor allem über die Politik im vergangenen Jahr. Zudem hatte er einen Traum, darin wird der MSV deutscher Fußball-Meister, die Münchner Bayern dagegen enden in der JVA. "Hinter mir sehen Sie die schönsten Männer Duisburgs - nach einer Aussage des ADAC", meinte er ebenfalls.

Noch mehr zu lachen gab es beim Bauchredner Kai Scheffel. Zunächst unterhielt er sich mit seinem frechen Raben Rocky, dann holte er sich zwei Mitglieder der Prinzengarde auf die Bühne, gab einen Schnellkursus im Bauchreden, jodelte und sang mit ihnen einen Rock´n Roll. Seine Ähnlichkeit mit Heinz Erhardt kann man nicht verschweigen.

Aus Köln angereist waren Blom und Blömcher mit ihrem Keyboarder. Sie haben seit vielen Jahren immer noch das Motto mit ihren Hühnern und zeigten einmal, wie Heino, Marie-Luise Nikuta, Bap und Willi Ostermann mit kölschen Mottoliedern umgehen. Kräftig mitgesungen wurde mit den "Mennekrathern", einer vierzehnköpfigen Band, die den Saal richtig einheizte.

Bevor Lutz Kniep, ein hervorragender Trompeter, mit bekannten Liedern und seiner Laser-Show den Abend abrundete, empfing der Saal den Prinzen der Stadt Duisburg, Prinz Gutti I. mit seinem Gefolge. Er ritt auf einem schwarzen (rollenden) Pferd ein, schließlich gehört er ja zur Reiterstaffel der Prinzengarde. "Sie haben sich richtig entschieden, heute hier zu sein", meinte das gut gelaunte Narrenoberhaupt.

Und darauf kann die Prinzengarde stolz sein. "Ich komme im nächsten Jahr wieder", meinte eine Zuschauerin, "das war echter Karneval!"

DIETER KRÜSSMANN

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