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Bericht der WAZ / Jubiläumsempfang der Prinzengarde 2014

Duisburger Prinzengarde feiert 77 Jahre Profi-Narretei

Ein Jubiläum, das zu mindestens einem Sekt verpflichtet. Karnevalisten schwelgten in Erinnerungen - etwa an den Tag, an dem sie mit Bauchgrummeln eine Frau als Ehrenmitglied aufnahmen und diese dann gleich ins große, närrische Herz schlossen

Im Foyer des City-Palais wimmelt es vor Narrenkappen: Rote, grüne, blaue - alles ist dabei, denn die Duisburger Prinzengarde und Ehrengarde des Prinzenkarneval feiert ihr närrisches Jubiläum. Zur "runden" 77 hat sie am Sonntag ihre Freunde, Bekannten und Gönner eingeladen. Ehrensache: Für die Herren gibt's um Punkt 11.11 Uhr das erste Pils, für die aufgerüschten Damen einen Sekt. In den aufwendigen Uniformen der Herren war es höllisch warm und das "kühle Blonde" daher eine willkommene Erfrischung.

Eine zwanglose Veranstaltung sollte es sein, ohne großes Programm oder Brimborium, erklärt Heinz Bieske, zuständig für Dekoration und Wagenbau sowie Mitglied des erweiterten Vorstandes. Nach 77 Jahren Party wollten die Prinzen einfach ein gemütliches Beisammensein, bei dem sich alle unterhalten und in Erinnerungen schwelgen können. Besonders viele davon hat Präsident Eugen Hahn: Er feiert in diesem Jahr seine 25-jährige Mitgliedschaft.

In einer kurzen Begrüßungsansprache gibt er zu: "Als Vorbereitung auf heute bin ich unsere Vereinschronik noch einmal durchgegangen, aber dann habe ich mir selbst gesagt: Nein, Eugen - das geht nicht, du kannst jetzt nicht chronologisch vorgehen, das will doch keiner hören! Wir sind schließlich heute zum Feiern hier und nicht zum Redenschwingen." Ein paar vereinzelte Jahreszahlen und Fakten gibt es dann trotzdem.

1937 wurde die Prinzengarde gegründet, schon damals hatte sie 100 Mitglieder, ein Jahr später waren es schon doppelt so viele. Heute gehören zu den aktiven Prinzen noch rund 130. Dazu kommen Ehrenmitglieder, die in der Duisburger Garde dem "Korps á la suite" angehören. Seit 1964 wird jedes Jahr ein neues Ehrenmitglied ernannt. Dies war nur in einem Jahr besonders problematisch.

Angedacht war einst, Walter Scheel zum Ehrenmitglied zu küren. Als dieser jedoch als Bundespräsident ins Gespräch kam, musste ein Ersatz gefunden werden. Nach eifrigem Überlegen meldete sich plötzlich seine Ehefrau Mildred Scheel und sagte: "Ich mach das!". "Eine Frau? Im Korps á la suite? Das mussten wir erst einmal verdauen, aber aus der Nummer kamen wir nicht mehr heraus", erzählt Hahn. "Und bis heute freuen wir uns über diese Entscheidung", fügt er hinzu.

Esther Merkelt

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