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Bericht der Rheinischen Post / Jubiläumsempfang der Prinzengarde 2014

Schunkellaune beim Prinzenempfang

77 Jahre Prinzengarde - das ist für die Duisburger Karnevalisten ein Grund zum Feiern. Logisch, dass der Prinzenempfang mit über 300 Gästen im CityPalais allein schon deshalb etwas ganz Besonderes war.

Neben den runden Jubiläen gibt es zum Glück noch die "Schnapszahlen", die im Karneval ja von je her eine besondere Rolle spielen. Die Zahl "77" nahm die Duisburger Prinzengarde zum Anlass, dieses "rheinische Jubiläum" besonders zu würdigen und zu einem Empfang einzuladen. Im Jahre 1937, vor 77 Jahren, gründeten einige karnevalsbegeisterte Duisburger Bürger im altehrwürdigen, heute nicht mehr existierenden Hotel Prinzregent die Prinzengarde.

Rosenmontagszüge gab es bereits vorher; die Gründungsväter fanden allerdings, dass der Duisburger Prinz eine standesgemäße soldatische Begleitung benötigte. Der damalige Prinz Paul II. war somit der erste Duisburger Prinz, der auf dem Rosenmontagszug von der neu gegründeten Garde eskortiert wurde. Eugen Hahn, der seit 2003 Präsident der stolzen Garde ist, konnte über 300 Gäste im Tagesbereich des CityPalais begrüßen. Gefolgt waren der Einladung Abordnungen befreundeter Gesellschaften, benachbarter Gardeverbände und Mitglieder und Karnevalsfreunde, die der Prinzengarde besonders verbunden sind. Mit dabei waren auch zahlreiche Mitglieder des ehrenwerten "Korps à la suite", in das verdiente Personen des öffentlichen Lebens berufen werden. Dazu gehört auch Ex- Innenhafen-Chef Dieter Steffen, der seit 2005 Mitglied des Korps ist. "Die Prinzengarde und das Korps sind gut für Duisburg und für das gesellschaftliche Leben in der Stadt", betont Steffen und fügt hinzu: "Das ist eine gute Mischung von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur."

Eugen Hahn nahm das Jubiläum zum Anlass, um auf die Anfänge zurückzublicken. Er erinnerte daran, dass die Prinzengarde im Gründungsjahr bereits über 100 Mitglieder stark war und 1938 Mitglied im Karnevals-Dachverband wurde. Hahn blickte auch auf den ersten Rosenmontagszug in der Nachkriegszeit zurück und würdigte besonders die Verdienste Helmut Hortens, der sich um die Prinzengarde und den Duisburger Karneval verdient gemacht hatte.

Für den musikalischen Jubiläums-Rahmen sorgten in bewährt schmissiger Weise die beiden Musikzüge der Garde, der Spielmannszug und der Stabsmusikzug, die die Gästeschar schon nach kurzer Zeit in Schunkellaune versetzten. Der Präsident des Hauptausschusses Duisburger Karneval (HDK), Michael Jansen, hielt die Jubiläums-Laudatio. Das tat er in seiner bekannt launigen Art und zudem in witziger Reimform ("Es wird geehrt, was aller Ehren wert..."). Er erinnerte nicht nur an die "Wieder-Mobilmachung" der Prinzengarde zu Beginn der 50er-Jahre und an den ersten Kassenbestand von 7,59 DM, sondern auch an die Gründung des heute nicht mehr bestehenden Amazonenkorps ("und alles ohne Alice Schwarzer und Emma"). Der HDK- Präsident würdigte besonders die Verdienste des Ehrenmitglieds Hans Dohmen und des 2003 verstorbenen Korps-Gründers Wolfgang Hübner, die er mit witzigen Dönekes aus vergangenen Zeiten würzte.

Eugen Hahn ist wichtig, dass die Prinzengarde das Niveau und den Anspruch diverser Veranstaltungen wie Damen- und Herrensitzung, Kostümball und vor allen Dingen der Gala-Veranstaltung in der Oper, der ein Rechte-Verwerter doch glatt den Begriff "lachende" entzogen hat, beibehält. Hahn sieht seine Garde als wichtigen Teil der Gesellschaft; so richtig froh wird er aber erst sein, wenn endlich die Mercatorhalle wieder zur Verfügung steht. "Dann haben wir ganz andere Möglichkeiten", so der Präsident. Vielleicht kann ja in Duisburgs "guter Stube" dann sogar das "80." gefeiert werden.

Volker Poley

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