ZURÜCK

Bericht der WAZ / ...Opernhaus 2012

Fliegende "Veilschen" im Opernhaus

Tolle Tänze und Lacher am laufenden Bande - mit einer bunten und abwechslungsreichen Prunksitzung feierte die Duisburger Prinzengarde am Samstag eines der Highlights der diesjährigen Session.

Dabei hatte die Prinzengarde im Vorfeld der Sitzung noch wenig zu lachen gehabt: Ausgerechnet in ihrem 75. Jubiläumsjahr hatte sich ein Kölner Veranstalter den Begriff "Lachendes Opernhaus" schützen lassen. Doch die Duisburger Karnevalisten reagierten mit Humor: Sie änderten den Titel spontan in "... Opernhaus". Vielleicht wirkte Prinz Günter II. bei seinem Auftritt auch ob des Namensstreits anfangs leicht verstimmt. Bei seinem Prinzenlied klang die Duisburger Tollität zunächst etwas heiser. Dafür machte Günter II. einen pompösen Eindruck in seiner weißen Strumpfhose und den roten Damenschuhen, die verdächtig nach Schuhgröße 48 aussahen.

Sitzungspräsident Alexander Graf von Schwerin bemühte seinen Prinzen prompt um eine Zugabe. Dieser konterte mit einem kleinen Seitenhieb - nun in gewohnt augenzwinkernder Manier: "Ich kann ja schlecht nein sagen, wenn man so freundlich gebeten wird, von unserem schlanken Präsidenten!" Beim zweiten Anlauf hatte sich Günter II. dann offensichtlich eingesungen. Begleitet wurde Günter II. vom Ardo-Orchester, das unter der Leitung von Michael Schumacher den ganzen Abend über nicht das falsche Tempo wählte, sondern gekonnt einen Tusch auf den anderen spielte.

Einer der Höhepunkte: Der Auftritt der Tanzgarde "Kölner Rheinveilschen", wie deren erster Vorsitzender Gottfried Löhr so schön in rheinischer Mundart betonte. Die Flugkünste entlockten dem Publikum zahlreiche erstaunte Zwischenrufe. Und während die männlichen Zuschauer vor lauter Beinfreiheit auf der Bühne nicht wussten, wo sie zuerst hinschauen sollen, hielt beim Trommelwirbel zum Schluss alles den Atem an: Doch die Tänzerinnen landeten auch aus der verzwicktesten Hebefigur heile in den Armen ihrer kräftigen Partner.

Für köstliche Unterhaltung sorgten - neben Sitzungspräsident von Schwerin, der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hatte - gleich mehrere Klasse-Comedians. Manni der Rocker etwa klagte über Männersyndrome: "Mein Bauchnabel entfernt sich immer weiter von der Wirbelsäule." Als sich die Prinzengarde mit einem dreifachen "Duisburg Helau" verabschiedete. war klar, dass der Name der Prunksitzung Nebensache ist: Die Karnevalisten hatten das Stadttheater auch ohne verbotenes Adjektiv in ein lachendes Opernhaus verwandelt.

Henrik Veldhoen

ZURÜCK