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Bericht der Rheinischen Post / Lachendes Opernhaus 2011

Narren im "Lachenden Opernhaus"

Das "Lachende Opernhaus" ist traditionell Garant für karnevalistischen Hochgenuss. Auch in diesem Jahr wurden die Besucher nicht enttäuscht.Die Prinzengarde der Stadt Duisburg erweist sich immer wieder als Experte für rheinischen Frohsinn.

Das zeigte sich wieder einmal am Samstag beim "Lachenden Opernhaus", einer Gala mit langer Tradition. Zu sehen gab es ein hochwertiges Programm mit allenfalls kleinen Schwächen. Sitzungspräsident Alexander Graf von Schwerin begrüßte das Publikum - fast schon ein Stammpublikum - im "Kulturpalais der Hansestadt". Er hatte immer wieder ein paar Witze auf Lager. Für die beliebte Theater-Veranstaltung muss man viel Zeit mitbringen, denn unter fünf Stunden geht gar nichts. Wenn Karneval gefeiert wird, dann auch richtig. Und so gab es ein Programm mit viel Musik, Humor, Tanz und Show, vor allem aber viel Karnevalistisches. Da erfreuten aus den eigenen Reihen das Tanzpaar Allesandro und Vanessa (sie feierte ihren 28. Geburtstag), Romina Krause und die Mini-Garde die Narren. Bei den Parodisten wurden immer wieder Kanzlerin Merkel, Vize-Kanzler Westerwelle, Italiens Regierungschef Berlusconi, König Carl Gustav von Schweden und Verteidigungsminister von Guttenberg ins Visier genommen. Et Zweijestirn brachte herrliche Parodien, das Rumpelstilzche trug alles in Reimform vor, so: "Lieber Gott, lass Duisburg im Pokal bestehen und Bayern München untergehen".

Dat Fimmännche brachte die Narren ebenfalls zum Lachen. Viel zu staunen gab es bei den Tanzdarbietungen der "Westerwaldsterne", einer Tanzgruppe, die mit ihren großartigen Hebefiguren und artistischen Einlagen wahre Beifallsstürme auslöste. Auch die heimische Show-Tanzgruppe "Calypso", amtierende Weltmeister im Showtanz, überzeugte mit ihrem Auftritt als US-Polizisten. Für die jungen Tänzerinnen war es eine Premiere. Enttäuschend war hingegen der Auftritt von seiner Tollität, Stadtprinz Jürgen II. Er nahm sich gerade einmal 15 Minuten Zeit für sein närrisches Publikum. Er rollte mit einem Motorrad auf die Bühne und war verschwunden, kaum dass ihn sein Narrenvolk begrüßt hatte. Grund war offenbar der große Termindruck seiner Tollität.

"De Fetzer", eine siebenköpfige Band aus der Nähe von Köln, brachte Schwung ins Theater. Mit ihren Liedern wurde quasi Abendgymnastik verordnet. Die Hände gingen hoch, alle bewegten sich, die Leuchtstäbe gingen an, und alle sangen mit. Als eine Mischung aus Heinz Erhardt und Mr. Bean erschien dann noch Herr Fröhlich, der lustige Sauerländer, der auf allerlei selbstgebastelten Instrumenten das Publikum zum Lachen brachte. Mal blies er mit einem Luftballon "Amazing Grace", mal einen Samba auf einer Gurke, oder er musizierte mit Hupen im Outfit eines Supermanns oder galoppierte mit einem Nordic-Walking-Vusaphon. "Intelligent sein ist schön, aber Blödheit wird auch noch gut bezahlt", meinte der Witzbold.

Dem Publikum gefiel die Gala im Theater wieder einmal sehr gut. Die Veranstaltung gehört zu den wenigen in der Stadt, die ausverkauft sind, sobald die Eintrittskarten auf dem Markt sind.

DIETER KRÜSSMANN

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